Fahrzeuge des 2. Weltkriegs (Teil 2)

Fahrzeuge des 2. Weltkriegs (Teil 2)

VW Kübelwagen Typ 82

Seine Wurzeln liegen in einem Entwurf aus den frühen 30er-Jahren, mit dem Dr. Ferdinand Porsche einen leichten, für alle Bürger erschwinglichen Wagen schaffen wollte. Nach anfänglich weitgehend erfolgloser Zusammenarbeit mit Zündapp und NSU konnte Porsche dafür Adolf Hitler interessieren. Dieser suchte ein solch billiges Automobil, mit dem die Volksgenossen sich auf den neuen Reichsautobahnen tummeln sollten. Mit diesem Rückhalt ging die weitere Entwicklung flott voran. Auf einige Prototypen folgte erst eine Vorserie von 30 Stück und dann 44 Fahr-zeuge des Modells 38, die eine Fahrerprobung von fast 2,5 Millonen Kilometern durchliefen. Das resultierende Produktionsmodell des >>KdF-Wagens<< (nach dem Motto der Organisation >>Kraft durch Freude<<) war dann eine kleine viersitzige, windschnittige Limousine, die nach dem Kriege unter dem Namen >>Käfer<< zum meistgebauten Automobil aller Zeiten aufsteigen sollte. Das Ziel war die Jahresproduktion von über einer Million Einheiten des KdF-Wagens. Dafür stellte man eine gigantische neue Farbrik auf eine grüne Wiese, komplett mit Kraftwerk und eigener Stadt für die Arbeiter. Sie erhob sich am Mittellandkanal nahe dem Dorfe Fallersleben, als ein Teil des zum Schlosse Wolfsburg gehörenden Landes. Die Farbrik war 1939 weitgehend fertig und bereits 210 KdF-Wagen hergestellt, als der Krieg begann. Für ihn wurde die Produktion auf Rüstungsgüter umgestellt, wenn auch bis Kriegsende noch insgesamt 630 KdF-Wagen gebaut wurden. Dr. Porsche war 1939 beauftragt worden, davon eine Militärversion für die Streitkräfte zu entwerfen. Diese benötigte als Teil des Schnell-Vereinheitlichungs-Planes einen neuen, einfacher und rascher zu fertigenden Ersatz für den leichten Einheits-Pkw von Stoewer. Die Aufgabe der Entwicklung des neuen Fahrzeugs erhielt Porsches Sohn Ferry übertragen. Der Typ 82 oder Kübelwagen Typ 2 baute auf der Bodengruppe und dem Fahrwerk des KdF-Wagens auf, wobei zur Erhöhung der Bodenfreiheit die Radaufhängungen geändert wurden. Anfangs besaß der Kübel noch den Motor des KdF-Wagens mit 22,5 PS aus 985 ccm, doch im März 1943 wuchs das Triebwerk auf 1131 ccm und erbrachte damit 25 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 80 km/h. Den offenen Aufbau mit seinen Versteifungsrippen presste Ambi-Budd in Berlin. Nach Abnahme des Entwurfs im Dezember 1939 gingen Prototypen mit den Panzerdivisionen zur Truppenerprobung nach Polen. Nach deren erfolgreichem Abschluss lief im März 1940 die Fertigung an, so dass die ersten Fahrzeuge noch den Einmarsch in Frankreich erlebten. Nachdem die Truppe erst einmal entdeckt hatte, dass ihre Angst unbegründet war, der Kübelwagen könne wegen seines fehlenden Allradantriebs nur mit einer dürftigen Geländegängigkeit aufwarten, gewann er rasch an Beliebtheit. Im Gegenteil wühlte er sich besser durch den Wüstensand Nordafrikas als der vierradgetriebe US-Jeep, und sein geringes Gewicht ließ ihn selbst dort noch den Schlamm Russlands überwinden, wo alle anderen Fahrzeuge bereits darin festsaßen. Den Kübel fuhren sämtliche Wehrmachtsteile, denen er mit 50.000 Exemplaren als Erkundungs-, Verbindungs-, Personen und Lastentransport- und Sanitätsfahrzeug diente. Seine Dimensionen waren 3,75 m Länge, 1,55 m Breite und 1,55 m Höhe mit Verdeck. Das hier gezeigte Fahrzeug mit dunkelgrünem Tarnanstrich trägt die Zeichen des I. SS- Panzerkorps  >>Leibstandarte Adolf Hitler<<.

VW-Kübelwagen mit Tarnscheinwerfer.

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VW Schwimmwagen Typ 166

Der Schwimmwagen entstand aus dem Kübelwagen Typ 82. Ursprünglich für die Ostfront gedacht, deren erbärm-liche Straßen und zahlreiche Wasserläufe ein amphibisches Fahrzeug besonders wünschenswert erscheinen ließen, wurde er dann auch im Westen zahlreich eingesetzt. In seiner Auslegung mit Zehntralrohrrahmen und luftgeküh-ltem Heckmotor dem Kübelwagen ähnlich, unterschied er sich von diesem durch seinen Vierradantrieb. Die Karos-serie war völlig neu, eine geschweißte wasserdichte Stahlwanne, die den notwendigen Auftrieb lieferte. Im Wasser trieb ihn eine dreiflügelige Schiffsschraube an, die nach ihrem Abklappen sich mittels einer Klauenkupplung mit der Nockenwelle des Heckmotors verband und bei Landfahrt wieder hochgeklappt wurde. Die Vorderräder lenkten wie an Land durch ihren Einschlag. Die ersten 150 Schwimmwagen liefen unter der Bezeichnung Typ 128. Sie erhielten 1940 für die Erprobung den kleinen 984 ccm Motor. Alle weiteren motorisierte die stärkere 25 PS-Maschine mit 1.131 ccm. Dies beruhte auf einer Forderung des Heereswaffenamtes von 25 PS als Mindestleistung. Diesem Typ 138 folgte dann schließlich der Typ 166, der mit verkürztem Radstand leichter und leistungsfähiger war und bald äußerst begehrt wurde. Die Masse der Typ 166 erhielten die ehemaligen Kradschützen-Kompanien der Waffen-SS. Bis Kriegsende waren insgesammt 14.238 Schwimmwagen gebaut worden, die meisten davon in Wolfsburg, einige aber auch bei Porsche, jetzt in Österreich. Die Höchstgeschwindigkeit des Typ’s 166 war 10 km/h im Wasser und 80 an Land. Seine Abmessungen betrugen mit aufgeklappten Verdeck 3,83 m Länge, 1,48 m Breite und 1,62 m Höhe. Ebenfalls Allradantrieb erhielt der Typ 87, ein mit nur 564 Stück gebauter Käfer.

Bildergebnis für vw schwimmwagen typ 166

Hier schön von vorn zu sehen der VW Schwimmwagen Typ 166. (Oben)

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Und einmal von hinten, hier ist deutlich  die Schiffsschraube zu sehen.

Leichter Pkw Mercedes-Benz Typ 170 V

Zu Beginn der 30er-Jahre lagen Wirtschaft und Märkte darnieder, nicht nur in Deutschland. Zu deren Belebung sollte eine Neukonstruktion der Firma Mercedes-Benz beitragen. Hans Nibeland entwarf dafür ein Auto mit dem kleinsten Hubraum, den das Unternehmen bisher herausgebracht hatte. Es sollte der billigste Wagen seit dem            1.Weltkrieg werden, dabei aber trotzdem alle Räder einzeln aufhängen und federn. Eine kühne Entscheidung; denn zwar schrie der Automarkt nach billigen kleinen Modellen, doch stellte eine serienmäßige Einzelradfederung vorn und hinten für Mercedes-Benz Neuland dar. Dieser Typ 170 kam 1931 heraus, als erstes Muster einer ganzen neuen Baureihe. Sein 32 PS-Motor war trotz des geringen Hubraums anfangs als kultivierter Reihensechszylinder ausgelegt. Die Vorderräder hingen an einer querliegenden Blattfeder und die Hinterräder federten einzeln an Pendelachsen über Schraubfedern. Das Fahrzeug bot von Aussehen wie Leistung keine Besonderheiten, stellte aber im Fahrverhalten wie in seinen technischen Neuerungen einen beträchtlichen Fortschritt dar. Dazu zählten die hydraulischen Bremsen, die Zentralschmirung und weitere Details, die bald auch die anderen Mercedes-Benz-Mod-elle übernahmen. Dem 170, von dem in den nächsten 5 Jahren rund 14.000 gebaut wurden, folgte nämlich schon 1932 der noch populäre Typ 200, im Grunde der gleiche Wagen, nur mit einem 40 PS Reihensechszylinder mit 2,0Liter. Ein weiteres Jahr später folgte dann der Typ 290 und diesem weitere Modelle mit immer größeren Hubraum und immer mehr technischen Innovationen. Deren Höhepunkt stellte 1935/36 eine neue Baureihe mit einem Rohrrahmen dar, der bereits früher mit dem Heckmotorwagen 130 H vorgestellt worden war. Gleichzeitig mit dem 170 H als letztem Heckmotormodell erschien der 170 V mit Frontmotor. Dessen Motor war nicht mehr ein Sechszylinder, sondern – billiger in der Herstellung – ein Vierzylinder, der gleiche wie im 170 H mit Heckmotor. Sein Rahmen war auch nicht mehr der Kastenrahmen vorgehender 170- und 200-Modelle, sondern ein Zentralrohr-rahmen. Im Stil zurückhaltend, aber trotzdem eindeutig Mercedes, wurde seine Fertigung nach dem Kriege wieder aufgenommen und lief bis in die 50er-Jahre. Er trug verschiedene Sindelfinger Karosserien, darunter auch Liefer- und Krankenwagen. Die Wehrmacht erhielt ihn mit festem und mit offenen Aufbau. Im Einheitsprogramm rangierte er als Mannschaftskraftwagen Kfz 1 und als Fernsprech-/Funkwagen Kfz 2 sowie als Instandsetzungs-trupp-Kraftwagen Kfz 2/40. Seine Produktion hatte 1938 begonnen. Bei ihrem Ende 1942 waren über 19.000 der 170 V vom Band gelaufen. Der 170 V wog 1,08 Tonnen. Angetrieben von seinem seitengesteuerten 1,7 Liter Vierzy-lindermotor, der 38 PS abgab, erreichte er 107km/h. Seine Abmessungen: Länge 4,2 m; Breite 1,55 m; Höhe 1,54 m. Der hier gezeigte 170 V ist als Stabswagen der Kriegsmarine gekennzeichnet, worauf insbesondere der blaue Dienstwimpel für Admirale hinweist.

Bildergebnis für mercedes benz typ 170 v

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Mercedes 170 V, auf- und abgeplant.

So das war’s für diesen Beitrag, ich hoffe es hat euch oder dir gefallen. Eine Fortsetzung folgt!

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